Thermal Response Test

Ermittlung der Untergrundparameter für effizientere Erdwärmeanlagen

Für die Auslegung mittlerer bis großer Erdwärme-Anlagen, ab ca. 600 Gesamtbohrmeter bzw. 30 kW geplanter Entzugsleistung (Energiebedarf), reicht es oft nicht aus auf Erfahrungswerte  und „Faustformeln“ zur Dimensionierung zurückzugreifen. Dies liegt auch daran, dass bei größeren Projekten umfassende Leistungen wie Heizen, Kühlen oder auch mittelfristige Energiespeicherung gefordert sind. Jedoch existieren zum Teil enorme Schwankungen der Wärmeleitfähigkeit der Gesteine. Man kann erkennen, dass auch bei gleicher Gesteinsart die physikalischen Eigenschaften regional stark schwanken können. Diese Eigenschaften sind jedoch wichtige Faktoren für die fachgerechte Auslegung und den optimalen Betrieb einer Erdwärme-Anlage. Es wird deutlich, dass die spezifische Entzugsleistung - wieviel Erdwärme dem Boden entzogen werden kann - von den vorhandenen Standortbedingungen abhängt.

Um diese Faktoren bestimmen zu können, steht der geoENERGIE Konzept GmbH als Hilfsmittel für die Auslegung von Erdwärme-Sonden der Thermal Response Test (TRT) bzw. Geothermal Response Test zur Verfügung. Beim Thermal Response Test (TRT) wird über einen festgelegten Zeitraum (meist 72 Stunden) eine definierte Wärmemenge über die Erdwärme-Sonde auf das umgebende Gestein übertragen und die entsprechende „Antwort" (thermal response) gemessen.

Aus den Messkurven können exakte gesteinsspezifische Parameter (Wärmeleitfähigkeit) für den Standort und für die Erdwärme-Sonde (Bohrlochwiderstand) ermittelt werden. Diese sind wiederum wichtige Eingangsgrößen für Simulationsprogramme wie EED und EWS. Mit dem Thermal Response Test (TRT) können außerdem Angaben zur mittleren Untergrundtemperatur sowie zur tatsächlichen Einbautiefe der Erdwärme-Sonde gemacht werden.

Prinzip des Thermal Response Tests

Prinzipskizze des (Geo-)Thermal Response Tests

Der Thermal Response Test (TRT) - auch als Geothermal Response Test bezeichnet - ist ein international bewährtes Verfahren zur Bestimmung thermischer Untergrundparameter. Dabei wird eine fertig ausgebaute Erdwärme-Sonde mit einem definierten Wärmeeintrag über einen Zeitraum von meist 72 Stunden belastet und somit der Untergrund zu einer Temperaturantwort ("response") angeregt. Diese Reaktion ist charakteristisch für dort anstehende Gesteine und lässt die Berechnung der effektiven Wärmeleitfähigkeit im weiteren Umfeld der Sonde zu.

Zusätzlich können die ungestörte Untergrundtemperatur und der thermische Bohrlochwiderstand mit dem Test bestimmt werden. Diese drei spezifischen Werte sind die wichtigsten Eingangsparameter in Simulationsprogrammen (wie beispielsweise "EED" Earth Energy Designer) zur Berechnung des thermischen Verhaltens von Erdwärme-Sondenfeldern. Die für den Test benötigte Pilotbohrung mit Erdwärme-Sonde kann später in das Sondenfeld integriert werden. Ihnen entstehen aso bei anschließender Realisierung des Projektes keine Mehrkosten.

Die Ergebnisse eines Thermal Response Test sind unbedingte Voraussetzung für die Konzeption der Erdwärme-Sondenfelder bei Anlagen > 30 kW (siehe VDI 4640). Die Gesamtbohrmeter als wichtigster Investitions-Kostenfaktor können in Abhängigkeit der jeweiligen Untergrundeigenschaften klar festgelegt werden. Somit ist in vielen Fällen eine technische und finanzielle Optimierung der Erdwärme-Anlage sowie eine Gewährleistung der erforderlichen Wärme- und Kälteleistung möglich.

Kreation: 599media GmbH