Erdwärme-Experten-FAQ

Antworten auf die am häufigst gestellten Fragen zur Erdwärme

  • Wie tief muss bei Erdwärme-Sonden gebohrt werden?

    Die Tiefe der Bohrungen richtet sich zunächst nach dem Wärmebedarf des Gebäudes. Darüber hinaus sind die wärmeleitenden Eigenschaften der darunter liegenden Gesteine sowie das Vorhandensein von Grundwasser am Standort von Bedeutung für die korrekte Auslegung.

    In Abhängigkeit all dieser Randbedingungen legen wir die erforderliche Bohrtiefe fest.

  • Wieviele Bohrungen braucht man?

    Die Anzahl der Bohrungen hängt natürlich ebenfalls vom Wärmebedarf und dem Gestein/Grundwasser ab. Oftmals gilt: Wenige tiefe Bohrungen sind besser als viele kurze Bohrungen.

  • Welchen Durchmesser hat eine Bohrung?

    Bohrungen haben in der Regel einen Durchmesser zwischen 140 und 160 mm – also nicht viel größer als ein Bierdeckel.

  • Was passiert bei Stromausfall mit meiner Erdwärme-Heizung?

    Da die Wärmepumpe und die Umwälzpumpe Strom zum Antrieb benötigen, funktioniert die Heizung bei Stromausfall also nur, wenn dieser durch ein Notstromaggregat bereitgestellt wird. Im Übrigen versagen Öl- und Gasheizungen bei Stromausfall ebenfalls ihren Dienst.

    Kurzzeitige Ausfälle des Stroms werden aber meist durch die wärmespeichernden Eigenschaften des Heizsystems überbrückt.

  • Kann Erdwärme z. B. mit einer Solaranlage gekoppelt werden?

    Ja. Besonders sinnvoll ist dies, wenn man bedenkt, dass man überschüssige Wärme aus den Spitzenzeiten (Sommer, Mittagszeit) in den Untergrund einspeisen kann und damit das Regenerationsvermögen der Sonden erhöht. Das heißt, das Umfeld der Sonden erwärmt sich dadurch und das Gestein wirkt wie ein natürlicher Speicher.

  • Durch Aufstockung des Gebäudes habe ich nach zehn Jahren einen viel höheren Heizwärmebedarf. Funktioniert dann meine Erdwärme-Heizung noch?

    Ändert sich der Wärmebedarf eines Objektes, so sollte auch die Auslegung der Sonden angepasst werden. Hierzu ist es sinnvoll, die tatsächlichen Verbrauchszahlen der letzten Jahre und die gemessenen Vorlauftemperaturen aus den Sonden zu vergleichen.

  • Ich plane mit meinem Bekannten ein Doppelhaus zu bauen. Können wir die Erdwärme durch eine Bohrung gemeinsam nutzen?

    Technisch ist dies problemlos möglich, jedoch gilt es zu beachten, dass man sich dabei in eine gegenseitige (rechtliche) Abhängigkeit begibt. Da die Sonde ja auf dem Gundstück einer Partei errichtet ist, veräußert dieser streng genommen die Wärme an seinen Nachbarn.

  • Kann ich den Heizwärmebedarf für mein Haus zu 100 % mit Erdwärme abdecken?

    Ja, mit einer fachgerechten Auslegung der Sonden kann der gesamte Wärmebedarf und auch die komplette Warmwasserbereitung abgedeckt werden.

  • Wie lange dauern Genehmigungen für Erdwärmebohrungen?

    Die Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde erhalten Sie bei vollständiger Einreichung der Antragsunterlagen meist innerhalb von 30 Tagen. Eine bergrechtliche Genehmigung, welche für Sonden > 100 m Tiefe erforderlich ist, erfolgt meist wesentlich schneller.

  • Ich bringe an mein Haus erst fünf Jahre nach Heizungsumstellung auf Erdwärme eine Wärmedämmung an. Welche Auswirkungen hat das?

    Auch hier wird sich der Wärmebedarf reduzieren, was zu einer geringeren Belastung der Sonden führt. Generell ist jedoch zu beachten, dass Maßnahmen zur energetischen Sanierung und damit zur Energieeinsparung immer der erste Schritt bei der Reduzierung des Energieverbrauchs sein sollte, den man unternimmt.

  • Muss die Sole irgendwann nachgefüllt oder erneuert werden?

    Wenn die Anlage ordnungsgemäß befüllt und hydraulisch dicht ist – nicht.

  • Kann die Bohrung auch unter meinem Haus erfolgen?

    Bei einer entsprechenden Planung des Bauablaufs stellt dies oftmals sogar die kostengünstigere Alternative dar, da die horizontalen Zuleitungen zur Wärmepumpe deutlich verkürzt werden. Zu beachten ist jedoch, dass eine Durchführung durch die Bodenplatte auch den Schutz vor möglichem Grundwasser gewährleisten muss.

  • Ist die Benutzung der Quelle „Erdwärme“ zeitlich begrenzt?

    Technisch gesehen, besteht kein Grund für eine zeitliche Begrenzung, weil die Anlagen so ausgelegt werden, dass jederzeit eine Regeneration des Untergrundes durch den natürlichen Wärmefluss erfolgt. Seitens der Wasserbehörden erfolgen jedoch gelegentlich Begrenzungen hinsichtlich der Nutzungsdauer, welche dann jedoch bei ordnungsgemäßem Betrieb verlängert werden.

  • Kann es sein, dass ein Erdwärme-System nach einigen Jahren keine zufrieden stellende Leistung mehr bringt, weil das Erdreich auskühlt?

    Wenn dies der Fall ist, so ist die Anlage falsch ausgelegt, d.h. die entzogene Wärmemenge ist höher als angenommen oder der Untergrund wurde nicht richtig bewertet. Dies können Sie verhindern indem Sie die Planung in professionelle Hände – wie die von geoENERGIE Konzept – legen.

  • Angenommen, alle Häuser auf der Erde wären mit Erdwärmesystemen ausgestattet, würde die Erde dann nicht auskühlen?

    Nein, nach menschlichem Ermessen und in menschlichen Zeiträumen nicht. Die Wärmeproduktion aus dem Erdinneren stellt eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle dar.

  • Mein alter Öl-Heizkessel muss erneuert werden. Kann ich meine vorhandene Zentralheizung mit einer Erdwärmeheizung weiter betreiben?

    Dies ist prinzipiell möglich, jedoch spielt das erforderliche Temperaturniveau des Heizkreislaufs eine entscheidende Rolle für die Effektivität des Systems und damit für die zu erwartenden Betriebskosten. Generell gilt: Je geringer die erforderliche Vorlauftemperatur ist desto besser ist dies für eine Wärmepumpenanwendung. Bei einer Fußbodenheizung ist dies mit beispielsweise 35 bis 40 °C der Fall.

    Die Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe sollte aber in jedem Fall erst nach einem gründlichen Check der Anlage durch einen Heizungsfachbetrieb erfolgen.

  • Kann man mit Erdwärme-Systemen auch kühlen?

    Die Kühlung über eine Erdsonde ist eine sehr kostengünstige Möglichkeit zur Klimatisierung nicht nur im Bürobereich (Wir sehen hier auch im Wohnbereich einen immensen Bedarf in der Zukunft.). Bei der direkten Kühlung wird die Untergrundtemperatur aus der Sonde über einen Wärmetauscher direkt an die Fußbodenheizung übergeben. Da die Wärmepumpe in diesem Fall ausgeschaltet bleibt und lediglich die Umwälzpumpe arbeitet, entstehen sehr geringe Betriebskosten. Diese liegen um Größenordnungen unter denen einer elektrisch betrieben Klimaanlage.

    Ein weiterer Vorteil: Mit der Kühlung wird Wärme über die Sonden in den Untergrund abgeführt, was wiederum zu einer besseren Regenration der Sonden führt.

  • Was ist Erdwärme?

    Die oberflächennahe Geothermie, oder Erdwärme, ist die im oberen (zugänglichen) Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien. Sie kann sowohl direkt, etwa zum Heizen und Kühlen über Wärmepumpen, als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden.

  • Wie tief wird gebohrt?

    In der Regel sind die Bohrungen zwischen 50 und 150 m tief. Dies ist die beste Tiefe im Aufwand/Nutzen-Verhältnis beim Einfamilienhaus.

  • Wie teuer ist eine Erdwärme-Anlage?

    Die Erdwärme-Anlage besteht generell aus zwei Teilen - der Wärmepumpe und den Sonden/Kollektoren.

    Eine grobe Schätzung besagt, dass man für 1 kW Wärmepumpenleistung ca. 700 bis 1.000 Euro für die Erschließung der Quelle aufwenden muss. Dazu kommt dann noch die Wärmepumpe. Einsparungen gegenüber einer konventionellen Heizung entstehen dadurch, dass man keinen Schornstein benötigt.

    Damit liegt eine Wärmepumpe auf Grund der deutlich geringeren Kosten für die eingesetzte Energie etwa bei der Hälfte der Kosten einer Öl- oder Gasheizung.

  • Welche Probleme können auftreten?

    Bei fachgerechter Planung arbeitet die Anlage über viele Jahre wartungsfrei und damit auch problemlos.

    Probleme entstehen oft, wenn die Planung der Anlage nicht ordnungsgemäß oder nur teilweise erfolgt bzw. die Errichtung nicht durch Fachfirmen ausgeführt wird.

  • Warum sollte ich Erdwärme nutzen?

    Folgende Gründe kurz zusammengefasst:

    • rundum verfügbar

    • regenerativ

    • Einsparung von Betriebskosten

  • Was sind die Vorteile von Erdwärme gegenüber Solar?

    Erdwärme ist rund um die Uhr verfügbar, also immer dann, wenn man die Energie wirklich benötigt.

  • Wo kann ich mich beraten lassen?

    Vom Bundesverband Geothermie können sie kostenlos die Broschüre „Tipps für Häuslebauer“ anfordern. Auf der Homepage www.geothermie.de finden Sie auch eine Liste von Fachplanern.

    Die geoENERGIE Konzept GmbH führt in regelmäßigen Abständen Fachseminare und Bauherren-Foren durch, auf denen Sie sich umfassend beraten lassen können. Weiterhin stehen Ihnen kompetente Mitarbeiter über unsere Hotline 03731 79878 20 zur Verfügung.

Kreation: 599media GmbH