Systemüberblick
Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten, um Erdwärme als Energiequelle zu nutzen. Man unterscheidet zwischen „offenen Systemen" (Brunnensystemen) und „geschlossenen Systemen" (Erdwärme-Sonden, Erdwärme- bzw. Flächenkollektoren, Energiepfählen und -körben).
Ein zentrales Element, das in allen Varianten vorkommt, ist die Wärmepumpe. Sie stellt die dem Boden entzogene Erdwärme mit Hilfe von Antriebsenergie (meist elektrischer Strom) dem Heizsystem des Gebäudes zur Verfügung und gewährleistet somit die Wärmeversorgung.
Die Wahl des geeigneten Systems hängt von vielen Faktoren ab und muss je nach Situation getroffen werden. Entscheidend sind vor allen Dingen die Untergrundverhältnisse am Standort. Neben den geophysikalischen Eigenschaften der vorliegenden Gesteine, wie Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität, ist auch das Vorhandensein und die chemische Beschaffenheit von Grundwasser dafür ausschlaggebend, welches System empfehlenswert ist. In den meisten Fällen sind dies in Mitteleuropa die Erdwärme-Sonden.
Erdwärme-Sonden
Erdwärme-Sonden gehören zu den geschlossenen Systemen und werden über Bohrungen senkrecht in den Untergrund gebracht. In den Sonden zirkuliert ein Wasser-Sole-Gemisch, welches dem Boden Wärme entzieht.
Erdwärme-Kollektoren
Erdwärme-Kollektoren - auch als Flächenkollektoren bezeichnet - gehören wie auch die Erdwärme-Sonden zu den geschlossenen Systemen. Sie werden horizontal ca. 120 cm tief, also frostsicher, verlegt und funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Sonden.
Brunnensysteme
Brunnensysteme zählen zu den offenen Systemen zur Nutzung von Erdwärme. Über einen Förderbrunnen wird Grundwasser aus dem Boden entnommen und der Wärmepumpe zugeführt, welche dem Wasser die Wärme entzieht. Das abgekühlte Wasser wird danach in einen Schluckbrunnen zurückgeleitet.






