Die Übertragung findet im Vergleich zu Fernwärmenetzen über eine verhältnismäßig geringe Distanz statt. Ein solches Wärmenetz der 5. Generation ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Niedertemperaturnetz, Anergienetz, LowEx-Wärmenetz oder Wärmenetz 5.0 in Anlehnung an die Bezeichnung Wärmenetz 4.0.

Generell zirkuliert in einem Niedertemperaturnetz ein Wärmeträgermedium auf einem niedrigen Temperaturniveau von circa  5 °C bis 35 °C. Im Vergleich zu herkömmlichen Fernwärmenetzen (50 – 100 °C) kann bei diesen niedrigen Temperaturen mit ungedämmten Leitungen gearbeitet werden, ohne dass signifikante Wärmeverluste auftreten. Nachteilig wirken sich die geringen Temperaturen lediglich auf die Viskosität des Mediums aus, sodass mit größeren Leitungsquerschnitten und Umwälzpumpen gearbeitet werden muss.

Verschiedene Formen von Wärmenetzen

Moderne Wärmenetze können in unidirektionale und bidirektionale sowie gerichtete und ungerichtete Netze unterschieden werden. In unidirektionalen Netzen wird lediglich Wärme an entsprechende Verbraucher abgegeben wohingegen in bidirektionalen Wärmenetzen auch Kältebedarf durch die Verbraucher besteht. Durch Kältebedarf speisen die Teilnehmer Abwärme ins Netz ein, was beispielsweise für eine Regeneration der Geothermieanlage genutzt werden kann. Im Falle der parallelen Nutzung von Wärme und Kälte können zwei getrennt voneinander verlaufende Ringleitungen verlegt werden, wobei das kalte Netz für die Nutzung einer passiven Kühlung circa 5 bis 10 Kelvin kühler ist als der warme Leiter.

In gerichteten Wärmenetzen wird das Fluid in der Ringleitung durch eine zentrale Umwälzpumpe dauerhaft in einer Richtung zirkuliert. Bei ungerichteten Netzen kann die Fließrichtung durch verschiedene Verbraucher verändert werden.

Im Zuge der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen nimmt die Bedeutung von Nahwärme stetig zu. Eine Rolle spielt dabei die politische Zielsetzung einer dezentralen Energieversorgung und einer effizienten Wärmeverteilung.

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